Im Gespräch mit: Burkhard Kosminski

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Im Rahmen der Aktion »Spende Perspektive! Aus Zuflucht wird Zukunft«, die noch bis zum 20. Juni läuft, haben wir uns mit den Beteiligten über ihre Motivation und Erfahrungen zu diesem Projekt unterhalten. Burkhard Kosminski, Chefintendant des Bereichs Schauspiel am Nationaltheater Mannheim, gilt als einer der wichtigsten Initiatoren der Aktion.

Wie sind Sie auf die Rapfugees aufmerksam geworden?

Die hervorragende integrative Kulturarbeit in Käfertal kenne ich schon lange. Bei einer Veranstaltung habe ich im letzten Sommer Ute Mocker, die Leiterin des Kulturhauses kennengelernt. Wir haben uns über unsere Ansätze der Kulturarbeit mit Geflüchteten unterhalten und festgestellt, dass es da eine große Schnittmenge gibt. Das Rapfugee-Camp, das Teil des Kulturhaus-Projekts „Sprachen, die verbinden“ ist, finde ich persönlich einen ganz großartigen Ansatz der integrativen Kulturarbeit. Über die „Sprache“ Musik – in diesem Fall Rap – klappt Verständigung oft ganz einfach: Man hat eine gemeinsame Leidenschaft, sofort ein gemeinsames Thema und kann ohne sprachliche Barrieren direkt in die Zusammenarbeit starten.

Warum sind Adnan und Emmanuel von den Rapfugees Teil Ihrer Schauspiel-Inszenierung SPIEL OHNE GRENZEN?
„Spiel ohne Grenzen“ ist eine Verwirrungs- und Aufklärungsshow, die mit unseren eigenen Vorurteilen spielt und uns das Wirken von den aktuell immer virulenter werdenden Gerüchten vor Augen hält. Es ist kein klassischer Theaterabend, unter anderem sind auch der Slam Poet Nektarios Vlachopoulos und der syrische Filmemancher Bilal Mahfouz auf der Bühne dabei. In diesem sehr offenen Format wollte ich gern noch Live-Musik dabei haben. Bei einem Auftritt habe ich dann Adnan und Emmanuel live erlebt und kennen gelernt. Ich wusste sofort: Die beiden passen perfekt in diesen Theaterabend. Ich freue mich sehr, dass sie dabei sind.

Die Aktion „Spende Perspektive!“ ist auf Ihre Initiative hin entstanden. Wie kamen Sie auf die Idee?
Der Song ist im Rahmen eines Theaterprojekts mit Geflüchteten in der letzten Spielzeit entstanden. Im Laufe der Proben ist er aus dem Theaterabend wieder rausgeflogen. Aber der Komponist Hans Platzgumer, der Musiker Markus Sprengler und ich wollten diesen Song mit seiner für uns wirklich wichtigen Message keinesfalls in der Schublade verschwinden lassen. So ist die Idee entstanden, rund um den Song eine Charity-Aktion zugunsten kultureller Projekte mit Geflüchteten in Mannheim zu starten. Wir haben dann noch die Profis in Sachen Musikvermarktung von der Popakademie ins Boot geholt und gemeinsam die Spendenaktion zu Gunsten der Rapfugees ins Leben gerufen. Ich hoffe sehr auf rege Beteiligung und dass viel Geld zusammen kommt, das die Rapfugees für die Weiterführung ihrer tollen Arbeit sehr gut gebrauchen können.